HINTERGRÜNDE 

Wer ich bin & warum ich das mache

Ich bin Geschichtswissenschaftler (M.A.) und Diplom-Sozialpädagoge. Im Hauptberuf bin ich im Bereich Migration, Integration und Bildung in leitender Position tätig.

Neben meiner hauptberuflichen Arbeit und früheren Stationen in der Museumspädagogik im Aachener Kulturbetrieb konzipiere und führe ich seit bald 15 Jahren kritische Stadtrundgänge in Aachen – zunächst zu Themen wie Nationalsozialismus und Demokratiegeschichte, seit gut zehn Jahren mit klarem Schwerpunkt auf dem Postkolonialismus. Mittlerweile umfasst das Projekt Globalgeschichte Aachen vier eigenständige Rundgänge und vertiefte Bildungsformate.

Als ich vor über zehn Jahren in einem Archiv nach Spuren und Quellen für einen Stadtrundgang zum Thema Kolonialismus suchte, sagte man mir, dazu würde es in Aachen nichts geben.

Nach ersten Zufallsfunden und der Konzeption erster Stationen für einen Rundgang bin ich am Thema drangeblieben, habe intensiv recherchiert, Quellen gesammelt und die Puzzleteile zusammengefügt. Über die Jahre sind so verschiedene Formate und Stadtrundgänge entstanden, die den lokalen Stadtraum als „begehbares Archiv“ nutzen: lebensnah, greifbar, quellenkritisch, multiperspektivisch und auf Augenhöhe.

Zur eigenen Sprecherposition & Haltung

Postkoloniale Bildungsarbeit und dekoloniale Kämpfe wurden und werden maßgeblich von BIPoC-Aktivist:innen, Denker:innen und Initiativen des Globalen Südens getragen und vorangebracht. Als weißer, in Deutschland sozialisierter Historiker ist es mir ein zentrales Anliegen, diesen Raum nicht zu besetzen, keine akademische Deutungshoheit einzufordern oder paternalistisch für Betroffene zu sprechen.

Warum „Globalgeschichte Aachen“?

Aus genau dieser Haltung heraus trägt dieses Projekt bewusst den Namen Globalgeschichte Aachen und nicht „Aachen Postkolonial“.

Postkoloniale Initiativen und Bündnisse haben oft einen klar aktivistischen Hintergrund und sind wichtige Räume für die Selbstermächtigung und Perspektiven von BIPoC-Menschen. Als freiberuflich tätiger, weißer Akademiker (kommerzieller Anbieter) möchte ich solche Bezeichnungen weder vereinnahmen noch den Eindruck erwecken, für ein zivilgesellschaftliches Kollektiv zu sprechen.

Durch meine Recherchen und Angebote möchte ich das Bewusstsein für koloniale und globale Verflechtungen in der Stadtgesellschaft schärfen, vergessene und verdrängte Geschichte ins Bewusstsein rücken, festgefahrene Denkmuster aufbrechen und zugleich neue Perspektiven auf die lokale und regionale Geschichte entwickeln.

Vermittlungsansatz & Geschichtsvermittlung (Public History)

Die folgenden Leitlinien für meine Vermittlungsarbeit sind über Jahre hinweg aus der praktischen Bildungsarbeit und kontinuierlicher Recherche gewachsen. Sie verstehen sich als quellengestützter und dynamischer Lernprozess, der den Aachener Stadtraum als „begehbares Archiv“ nutzt, um Geschichte vor Ort greifbar und kritisch erfahrbar zu machen:

  • Historische Quellen als Grundlage: Alle Formate basieren auf fundierter Recherche und Originaldokumenten.
  • Dekonstruierender Umgang mit rassistischen Quellen: Koloniale und rassistische Sprache oder Bildsprache wird niemals unkommentiert stehen gelassen. Sie wird sensibel kontextualisiert, als historisches Konstrukt markiert und gemeinsam kritisch analysiert.
  • Multiperspektivität & Agency: Um eurozentrische Tätergeschichten oder Opfernarrative zu vermeiden, rücken gezielt historische Gegenstimmen, Widerstand und die Handlungsmacht kolonisierter Menschen in den Fokus („gegen den Strich“ lesen).
  • Thematische Exkurse zu Gegenwartsbezügen: Lokale Orte im Stadtbild dienen als Ankerpunkte, um den Bogen zu weltgeschichtlichen Ereignissen und heutigen Machtverhältnissen zu spannen.
  • Reflexionsraum & Fehlerfreundlichkeit: Die Vermittlung setzt auf Dialog und Austausch. Es entsteht ein geschützter Raum, in dem Irritationen aufgefangen und eigene Denkmuster kritisch reflektiert werden können.
  • Dynamischer Prozess: Neue Archivfunde, aktuelle Diskurse und Impulse aus den Gruppen fließen fortlaufend in die Weiterentwicklung der Inhalte ein.
  • Modularer Aufbau: Vertiefende Formate verknüpfen die Stadtrundgänge mit vor- und nachbereitenden Workshop-Bausteinen für eine nachhaltige Auseinandersetzung.

Hier geht es direkt zu den Stadtrundgängen und weiteren Bildungsangeboten.

 

Presse & Medienberichte

Die Relevanz und öffentliche Resonanz der Stadtrundgänge, Vorträge und Kooperationen wurden bereits mehrfach in regionalen und überregionalen Medien aufgegriffen.

  • WDR Lokalzeit Aachen (20.03.2025)
    TV-Reportage und Video-Feature über den postkolonialen Stadtrundgang durch die Aachener Innenstadt (Beitrag ab Min. 6:00).👉 [Zum WDR-Beitrag in der Mediathek]
     
  • Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) (16.10.2024)
    Ausführlicher Bericht über die Studientage der Lwis zum Jahresthema Postkolonialismus mit detaillierter Beschreibung des Stadtrundgangs „Kolonialismus und Widerstand“ durch die Aachener Altstadt sowie begleitenden Fotos.
    👉 [Zum Bericht der LWH-Studientage]
     
  • Theater Aachen – Formatreihe „Talk of the Town“ (14.09.2023)
    Podiumsgespräch und Fachbeitrag im Rahmen der Ausstellungs- und Diskursreihe „Wer ist Europa?“.
    👉 [Zur Dokumentation des Theater Aachen]
     
  • Zeitfenster Aachen (30.03.2022)
    Fachvortrag und Diskussion über die historische Archivarbeit, Methode und Konzeption der Rundgänge.
    👉 [Zum Vortragsbericht bei Zeitfenster Aachen]
     
  • Kirchenzeitung für das Bistum Aachen (15.09.2020)
    Ausführlicher Pressebericht zum Rundgang „Kolonialismus und Widerstand – Der Gesamteinstieg“.
    👉 [Zum Zeitungsartikel der Kirchenzeitung]

 

Referenzen (Auszug)

BDKJ Aachen • Bischöfliche Akademie Aachen • Bischöfliches Pius Gymnasium Aachen • Bistum Aachen • Diakonie RWL • DiversiTeach RWTH Aachen • Evangelische Erwachsenenbildung Jülich • Fachhochschule (FH) Aachen • Historisches Institut RWTH Aachen • Institut für Politikwissenschaft RWTH Aachen • Katholische Hochschule Aachen • Katholisches Forum Mönchengladbach • Kritische Einführungswochen Aachen • Misereor Aachen • Muslimische Initiative für aktiven Antirassismus (M!AAR) • NRW Talente Region Aachen (Fachhochschule Aachen) • Pädagogisches Zentrum Aachen (PÄZ) • Sea Eye Aachen • SKM Aachen • Studieren ohne Grenzen Aachen • VHS Aachen 

Durchführung und Buchung: Alle Angebote richten sich exklusiv an geschlossene Gruppen (wie die oben genannten Institutionen, Vereine, Fachgruppen oder Kurse der Sekundarstufe II). Wenn Sie ein maßgeschneidertes Format für Ihre Einrichtung anfragen möchten, nutzen Sie bitte das Buchungsformular auf unserer Startseite oder unter [Kontakt & Buchung].

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